Amateurfunk weltweit

Mit dem Rufzeichen im Gepäck: Was es mit der CEPT-Lizenz auf sich hat

Wer mit dem Wohnmobil durch halb Europa fährt oder generell gerne im Ausland funkt, kennt die Frage: Darf ich das eigentlich? Muss ich mir für jedes Land extra eine Genehmigung holen?

Die gute Nachricht: in den meisten Fällen nicht. Dafür gibt es die sogenannte CEPT-Lizenz – genauer gesagt zwei CEPT-Empfehlungen, die genau für diesen Fall gemacht wurden. Die Grundidee dahinter ist erfreulich unkompliziert: Wer sich nur kurzzeitig in einem anderen Land aufhält, soll dort funken dürfen, ohne vorher Papierkrieg mit einer fremden Behörde führen zu müssen.

Konkret gibt es zwei Empfehlungen:

Die Empfehlung T/R 61-01 betrifft die CEPT Radio Amateur Licence und entspricht unserer deutschen Klasse A. Die Empfehlung ECC/REC/(05)06 regelt die CEPT Novice Radio Amateur Licence, das Pendant zur deutschen Klasse E. Wer also Klasse A hat, bewegt sich mit der „großen“ CEPT-Lizenz, wer Klasse E hat, mit der „kleinen“.

Und an dieser Stelle kommt ein Punkt, der gerne übersehen wird: Es geht hier nicht nur um Europa. Klar, CEPT klingt erstmal nach Brüssel und EU-Nachbarn, aber die Liste der Länder, die T/R 61-01 oder ECC (05)06 umgesetzt haben, reicht deutlich weiter – bis nach Übersee. Wer also seinen nächsten Urlaub etwas exotischer plant und das Funkgerät trotzdem nicht missen möchte, sollte sich vorher genau informieren, ob und mit welchen Einschränkungen das Zielland dabei ist.

Ein wichtiger Haken bleibt dabei: Diese Empfehlungen gelten nur in den Ländern, die sie auch tatsächlich in nationales Recht übernommen haben. Manche Länder haben nur T/R 61-01 umgesetzt, andere zusätzlich die Novizen-Variante, und einige – gerade außerhalb Europas – sind bislang gar nicht dabei. Vorher kurz nachschauen lohnt sich also immer, bevor man im Ausland gut gelaunt die erste CQ-Rufe raushaut.

Übrigens: Wer als CEPT-Lizenzinhaber in Deutschland funkt, muss vor das eigene Heimatrufzeichen ein „DL/“ setzen – Telegrafie mit Schrägstrich, Sprechfunk mit dem Wort „slash“. Umgekehrt gilt das genauso, wenn deutsche Funkamateure im Ausland aktiv werden: das eigene Rufzeichen bekommt das entsprechende Länderpräfix vorangestellt. Und ganz grundsätzlich gilt die CEPT-Regelung nur für kurze Aufenthalte – wer fest in ein anderes Land zieht, braucht irgendwann doch die „richtige“ Landeslizenz.

Damit man sich nicht durch endlose Verordnungstexte wühlen muss, haben wir euch eine praktische Übersicht angehängt: ein Dokument mit den genauen Betriebsparametern für den Kurzzeitbetrieb in den jeweiligen Ländern weltweit – also welche Frequenzbereiche, Leistungsklassen und Betriebsarten dort konkret erlaubt sind. Die Datei findet ihr hier zum Download: DARC-Länderliste.

Kurz gesagt: Die CEPT-Lizenz ist im Prinzip der internationale Pass für Funkamateure – kein Antrag, kein Stempel, einfach einpacken und losfunken. Man sollte sich nur vorher kurz informieren, in welchem Land das „Visum“ auch tatsächlich gültig ist – egal ob das nächste Ziel Frankreich oder etwas weiter weg liegt.