Kleine Station, große Wirkung: Mit minimalem Equipment auf POTA-Tour

Wer an Kurzwellenbetrieb denkt, hat oft gleich das Bild einer großen Heimstation vor Augen: Transceiver, Endstufe, Tuner und draußen im Garten ein ausgewachsener Antennenmast. Dass es auch ganz anders geht, zeigt ein Blick auf POTA, Parks on the Air. Mit einem kompakten Funkgerät, einer portablen Antenne und einem Akku lassen sich erstaunlich viele Verbindungen machen, und das mitten in der Natur.

Was ist POTA eigentlich?

Parks on the Air ist ein weltweites Aktivitätsprogramm für Funkamateure. Die Idee ist einfach: Man fährt in einen registrierten Park, zum Beispiel einen Nationalpark, einen Naturpark oder ein Naturschutzgebiet, baut dort seine Station auf und funkt. Jeder Park hat eine eigene Referenznummer, in Deutschland beginnen diese mit „DE-“. Auf der Webseite pota.app findet man eine Karte mit allen Parks, sieht, welche bereits wie oft aktiviert wurden, und kann seine Aktivierung vorab ankündigen.

Es gibt zwei Seiten bei POTA. Die „Activators“ gehen in den Park und funken von dort, die „Hunters“ sitzen zu Hause und versuchen, möglichst viele Parks ins Log zu bekommen. Damit eine Aktivierung offiziell zählt, braucht man zehn Verbindungen innerhalb eines UTC-Tages. Das klingt nach viel, ist aber in der Praxis meist schnell erreicht, denn sobald man auf der POTA-Seite als aktiv gemeldet („gespottet“) ist, stehen die Hunter oft schon Schlange.

Ein Park muss dabei übrigens nicht unberührt sein. Natürlich hat es einen besonderen Reiz, einen Park zum allerersten Mal zu aktivieren. Genauso zählt aber auch die zweite, dritte oder zwanzigste Aktivierung, und auch dann freuen sich die Hunter über jede Verbindung.

Das Funkgerät: Yaesu FT-891

Das Herzstück einer solchen Portabelstation kann zum Beispiel der Yaesu FT-891 sein. Eigentlich als Mobilgerät fürs Auto gedacht, ist er für den Portabelbetrieb fast wie gemacht: kompakt, robust und trotzdem ein vollwertiger Kurzwellen-Transceiver von 160 m bis 6 m mit bis zu 100 Watt Sendeleistung. Das Bedienteil lässt sich abnehmen, das Gerät passt problemlos in einen kleinen Rucksack oder eine Umhängetasche.

Wer mit Akku unterwegs ist, muss die volle Leistung aber gar nicht ausreizen. Mit 20 bis 50 Watt kommt man in aller Regel sehr gut weg und schont dabei den Akku erheblich. Gerade in SSB und noch viel mehr in CW oder FT8 reichen oft schon deutlich weniger Watt für schöne Verbindungen quer durch Europa.

Die Antenne: JNC Radio MC-750

Bei der Antenne fällt die Wahl auf die MC-750 von JNC Radio. Das ist eine portable Vertikalantenne aus Teleskopstrahler und Verlängerungsspule, die sich ohne Tuner über einen weiten Bereich abstimmen lässt, vom 40-m-Band bis hinauf zu 6 m. Zusammengeschoben ist sie klein genug für jede Tasche, aufgebaut steht sie auf einem Stativ oder einem Erdspieß in wenigen Minuten.

Wichtig bei einer solchen Vertikalantenne ist das Gegengewicht. Ein oder mehrere Radials auf dem Boden ausgelegt machen einen spürbaren Unterschied. Das Abstimmen geht einfach: Die Spule auf das gewünschte Band stellen, den Teleskopstrahler auf die passende Länge ausziehen und mit dem SWR-Meter nachjustieren. Nach ein paar Einsätzen hat man die richtigen Längen für die Lieblingsbänder schnell im Kopf.

Die Stromversorgung: ein kleiner Akku

Fehlt nur noch der Strom. Bewährt haben sich LiFePO4-Akkus. Sie sind deutlich leichter als Bleiakkus, liefern ihre Spannung über lange Zeit sehr konstant und vertragen viele Ladezyklen. Ein Akku mit etwa 10 bis 20 Ah reicht bei reduzierter Sendeleistung für einen entspannten Nachmittag im Park. Wer länger funken möchte, nimmt einen größeren Akku mit oder kombiniert ihn mit einem kleinen Solarpanel.

So läuft eine Aktivierung ab

Vorab sucht man sich auf pota.app einen Park in erreichbarer Nähe aus und kündigt die Aktivierung dort an. Vor Ort sollte man natürlich darauf achten, keine Wege zu versperren und die Regeln des jeweiligen Schutzgebiets zu respektieren, ein Parkplatz am Rand oder ein Picknickplatz ist oft ideal. Dann heißt es: Antenne aufbauen, Radials auslegen, Akku anschließen, abstimmen und los.

Gefunkt wird mit dem Zusatz „/p“ am Rufzeichen. Sobald die ersten Verbindungen im Log stehen oder man sich selbst auf der POTA-Seite spottet, wird es meist schnell lebhaft auf der Frequenz. Geloggt wird am einfachsten mit einer Log-App auf dem Smartphone oder Tablet. Nach der Aktivierung wird das Log im ADIF-Format bei POTA hochgeladen, und schon ist der Park offiziell aktiviert.

Also: raus aus der Hütte und rein in die Natur

Man braucht keine große Station, um auf Kurzwelle Spaß zu haben. Ein FT-891, eine MC-750 und ein kleiner Akku passen zusammen in einen Rucksack und machen aus jedem Park einen Funkstandort. POTA verbindet dabei zwei schöne Dinge miteinander: Zeit draußen in der Natur und Amateurfunk, wie er eigentlich gedacht ist, mit wenig Aufwand und viel Improvisation.

Vielleicht ist das ja für den einen oder anderen von uns ein Anreiz, im nächsten Frühjahr mal selbst einen Park zu aktivieren. Parks gibt es auch bei uns in Schleswig-Holstein reichlich.