Mit Einsteigerlizenzen auf Auslands-DX – geht das wirklich?

Viele in der Amateurfunk-Community sind überzeugt: Wer ins Ausland reist und dort funken möchte, braucht zwingend eine Volllizenz. Aber stimmt das wirklich? Nicht unbedingt – zumindest für Spanien gibt es einen offiziellen Weg, auch mit eingeschränkter Zulassung legal zu funken.

Der CEPT-Rahmen und seine Grenzen

Die CEPT-Empfehlung T/R 61-01 erlaubt es Funkamateuren aus Mitgliedsländern, mit ihrer Heimatlizenz in anderen CEPT-Staaten zu funken – aber nur mit einer vollwertigen Genehmigung (in Deutschland: Klasse A). Wer lediglich die Einstiegslizenz (Klasse E) besitzt, hat diesen automatischen Zugang nicht.

Für Spanien existiert jedoch eine interessante Alternative über den nationalen Verband.

Fedi-EA als Türöffner

Die spanische Organisation Fedi-EA vermittelt im Auftrag ihrer Mitglieder Betriebsgenehmigungen beim spanischen Ministerium – auch für ausländische Funkamateure mit eingeschränkter Lizenz. Die Mitgliedschaft kostet ca. 10 Euro im Jahr und beinhaltet neben der Vermittlung auch eine Haftpflichtversicherung sowie Antennenversicherung.

Der Ablauf ist überschaubar:

  1. Mitglied bei Fedi-EA werden
  2. E-Mail an fediea@fediea.org mit dem Wunsch, in Spanien mit der eigenen Lizenz zu funken
  3. Unterlagen einreichen: Reisepass, Lizenzurkunde, geplante Aufenthaltsdaten und -adresse
  4. Formular ausdrucken, unterschreiben und zurücksenden – Fedi-EA leitet es ans Ministerium weiter
  5. Auf zwei Bestätigungs-E-Mails warten: Eingangsbestätigung und Genehmigung

Die Genehmigungsurkunde enthält alle relevanten Details: erlaubte Frequenzbänder, Sendeleistung und das zu verwendende Rufzeichenpräfix. Wer beispielsweise von den Kanarischen Inseln funkt, würde das Präfix EA8/ vor das eigene Rufzeichen stellen.

Wichtig: Die Genehmigung ersetzt nicht die Auflagen der Heimatlizenz. Wer also in Deutschland nur mit 10 Watt und auf bestimmten Bändern funken darf, gilt das weiterhin – auch in Spanien.

Funken auf Reisen: Was ins Gepäck gehört

Wer Funkgerät im Handgepäck oder Koffer mitführt, sollte am Flughafen auf Nachfragen vorbereitet sein. Empfehlenswert ist es, folgende Dokumente griffbereit zu haben:

  • Lizenzurkunde (Ausdruck oder digital)
  • Genehmigung des spanischen Ministeriums
  • Fedi-EA-Mitgliedsausweis

Das Mitführen von Amateurfunkgeräten ist grundsätzlich erlaubt, aber da es sich um ein Nischenhobby handelt, können Sicherheitsmitarbeiter durchaus nachfragen. An Bord von Flugzeugen sollte das Gerät selbstverständlich ausgeschaltet bleiben.

Also:

Wer mit Klasse-E-Lizenz nach Spanien reist und dort aktiv auf den Bändern sein möchte – sei es portabel, beim SOTA-Aktivieren oder einfach vom Ferienort aus – hat mit Fedi-EA eine realistische und legale Möglichkeit. Der bürokratische Aufwand ist überschaubar, die Kosten gering.

Bildquelle: https://m0ygl.co.uk/